Depression

Es tut sich was! „Die Revolution der Selbstlosen“

Am Freitag strahlte ARTE eine eindrucksvolle Sendung zum Thema Altruismus aus: Die Revolution der Selbstlosen. Eine wirklich sehr sehenswerte Dokumentation, weil sie – gewohnt nüchtern und natürlich völlig esoterikfrei – Hoffnung macht. Wir lernen: Es tut sich was. Allerorten! Deshalb: Wärmste Empfehlung!

Die Sendung wird am 4.3.2016 vormittags noch einmal wiederholt, ist aber auch noch eine Weile in der ARTE-Mediathek abrufbar.

Rainer Marie Rilke: Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 

Berzbach_Kunst„Auch wir stoßen uns anden Stäben unserer inneren Gefängnisse. Psychologisch gesehen ist der Mensch ein Selbstfesselungskünstler. Der unruhige Kopf mit seinen vielen Gedanken und Erwartungen schmiedet Käfige, in die wir uns selbst einsperren. Dies beginnt oft schon bei den Vorurteilen, die wir unbewusst darüber fllen, was sich ein Auftraggeber tatsächlich wünscht. Vieles begrenzt unsere Ideenfindung: Unruhe, vorschnelle Bewertungen oder die Unfähigkeit aktiv zuzuhören. Viele Stäbe des Käfigs existieren nur in unserem Kopf und nicht in dem des Auftraggebers. Je starrer unsere Ansichten sind, je etablierter die Routinen, desto festern scheint die Käfigtür verschlossen. Am Ende sind es Unachtsamkeit und Aktionismus, die uns einsperren.“

„Wer zur Ruhe kommt, setzt sich den eigenen Gedanken aus. Und wenn wir ehrlich sind, bemerken wir, dass nicht wir entscheiden, was wir denken. Die Gedanken kommen einfach, auch die unerwünschten. Unser Kopf ist in der Lage, uns die schönsten Situationen zu verderben. Die äußeren Rahmenbedingungen, also die äußeren Faktoren spielen dabei eine keinere Rolle, als wir gewöhnlich denken.“

„[Meditationstechniken] sind der einzige Weg, die Käfige im eigenen Kopf zuerst zu erkennen und dann langsam die Stäbe zu lockern. […] Sie müssen weder an etwas glauben, noch müssen Sie viel darüber wissen. Sie müssen es einfach tun! Probieren Sie es aus und stellen Sie sich nicht die Frage, ob Sie meditieren sollen oder nicht.“

„Die Fähigkeit still zu sein öffnet das innere Ohr, erst ohne Ablenkung bemerken wir, was wir tun wollen und wie wir es tun wollen.“

„Die störenden Gedanken verschwinden nicht, auch das Leid verschwindet nicht, aber wir gewinnen Distanz zu beidem und sind nicht mehr zwanghaft jeder unwillkommenen Idee oder jedem schlechtem Gefühl ausgeliefert. Das alles hat, in der Summe, großen Einfluss auf Wohlbefinden und Glück.“

Frank Berzbach: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen. Anleitung zu Achtsamkeit,
Mainz, 2014

Hach ja… #3

„In der Traurigkeit bemitleiden wir uns selbst und kreisen nur noch um unsere eigenen Probleme, ohne dass wir uns wirklich helfen lassen. Letztlich genießen wir unsere Traurigkeit, wir halten an ihr fest, wir brauchen sie, um uns nicht ändern zu müssen“

Anselm Grün

Schlecht drauf? Ganz normal. Hierzulande.

br2 RadiowissenFür alle, die häufiger das „graue Gefühl“ beschleicht und die sich gelegentlich die Frage stellen, warum das eigentlich so ist: Tröstet Euch: Das ist ganz normal – gerade bei uns Deutschen!

Warum? Das erfahrt Ihr im philosophischen und kulturhistorischen BR2-Podcast:  „Unfähig zu genießen? – Die Deutschen und die Lebensfreude.

Ein sehr hörenswerter und deshalb wärmstens empfohlener Beitrag von Michael Conradt!

Wir sind „in“: Burnout als Modeerscheinung?

WirtschaftswocheHallo Zusammen! Ein Hinweis erreicht uns aus unseren Reihen: Der neue BKK Gesundheitsatlas ist erschienen. Darin werden natürlich auch neue Statistiken zur Diagnose von Depression und Burnout veröffentlicht.

Die Wirtschaftswoche bringt dazu einen interessanten Beitrag, der die Thematik aufgreift, ob Burnout und Depression Modeerscheinungen sind. Im Artikel findet sich eine aus meiner Sicht verwegene Aussage von Frank Jacobi, seines Zeichens offenbar Professor an der Psychologischen Hochschule Berlin. Er warnt offenbar davor, dass ein „Trend zu Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme dazu führen könnte, dass sich Menschen zu schnell (sic!) als behandlungsbedürftig erleben und auch bei normalen, vorübergehenden psychischen Belastungen das Hilfesystem aufsuchen.“

Hm… Ein – äh – beachtliches Statement eines Fachmannes. Glücklicherweise bleibt es im Artikel nicht unwidersprochen. Ich kann mich täuschen, aber mein Gefühl sagt mir, dass sich einige von uns heute glücklich schätzen würden, wenn sie früher das „Hilfesystem“ aufgesucht hätten. Nicht wahr?

Zeit.de: Tod eines Managers

Liebe Leute, am Wochenende bin ich über den Artikel „Tod eines Managers“ in der Online-Ausgabe in der Zeit gestolpert. Es geht darin um den Selbstmord des Siemens-Topmanagers Hein-Joachim Neubürgers. Und es geht um Leistung, Idealismus, Suizidalität in unserer Gesellschaft und in unserem Wirtschaftsleben. Der Text hat mich sehr berührt. Vielleicht möchte der eine oder andere von Euch hineinlesen.

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