Ab einem bestimmten Produktionsniveau ist die Selbstausbeutung wesentlich effizienter, viel leistungsstärker als die Fremdausbeutung, weil sie mit dem Gefühl der Freiheit einhergeht. Die Leistungsgesellschaft ist eine Gesellschaft der Selbstausbeutung. Das Leistungssubjekt beutet sich selbst aus, bis es ganz ausbrennt (Burnout). Es entwickelt sich dabei eine Autoaggressivität, die sich nicht selten zur Selbsttötung verschärft.
Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft. Berlin 2016
Ihr alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und der Schnelle, Neue, Fremde, – ihr ertragt euch schlecht, euer Fleiss ist Flucht und Wille, sich selber zu vergessen. Wenn ihr mehr an das Leben glaubtet, würdet ihr weniger euch dem Augenblicke hinwerfen. Aber ihr habt zum Warten nicht Inhalt genug in euch – und selbst zur Faulheit nicht!
Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Ein Buch für alle und keinen. In: Nietzsche Werke I. Hrsg. v. Giorgio Colli und M. Montinari, Berlin 1968
Hier wieder ein Hinweis für Unternehmen, die sich dem Thema psychischer Belastung im Betrieb annehmen wollen: Das Bundesamt für Arbeistschutz und Arbeitsmedizin stellt auf seiner Website eine umfangreiche Toolbox zur Erfassung psychischer Belastungen inklusive Hintergrundinformationen bereit.
„Der depressive Mensch ist jenes animal laborans, das sich selbst ausbeutet, und zwar freiwillig, ohne Fremdzwänge. Er ist Täter und Opfer zugleich. […] Der Exzess der Arbeit und Leistung verschärft sich zu einer Selbstausbeutung. Diese ist effizienter als die Fremdausbeutung, denn sie geht mit dem Gefühl der Freiheit einher. Der Ausbeutende ist gleichzeit der Ausgebeutete. Täter und Opfer sind nicht mehr unterscheidbar.“
Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft. Berlin 2016
Die Techniker Krankenkasse veröffentlicht auf Ihrer Website ein umfassendes Informationsangebot über das Thema Stress: „Was ist Stress?“ Darin wird aufgeklärt, was Stress ist und was er bewirkt. Mit Check-Up und weiterführenden Informationsangeboten.
Hier wieder einmal ein lesenswerter Artikel in ZEIT ONLINE, der einen Aspekt beleuchtet, weshalb immer mehr Menschen an Arbeit erkranken: „Schon wenige Überstunden machen krank„
Gerade zu dieser weihnachtlichen Zeit kommt es ja oft zu Streitereien. Und bei unsereiner vielleicht sogar noch einmal mehr. Wir kämpfen dann mit der und gegen die Welt und zudem ringen wir oft genug auch mit uns selbst und unseren Dämonen. Fühlt sich ganz schlecht an. Helfen kann hier, sich vor Augen zu führen, dass diese Konflikte gut sind. Solange sie so gelöst werden, dass die psychische, seelische und körperliche Existenz, Leib und Leben nicht bedroht werden. Wenn man gut mit Konflikten umgeht, stoßen sie wichtige Entwicklungen an.
„Systemtheoretisch gesehen haben Störungen […] eine ambivalente Wirkung. Sie beeinträchtigen zwar die bis dahin funktionierenden Prozesse und Strukturen, aber sie initiieren gerade dadurch Veränderungen. Ohne solche Störungen kein Lernen, keine Entwicklung, keine Umstrukturierung, keine Reform, keine Revolutionen…
Konflikte haben deshalb als Störungen eine „Alarmierfunktion“ […] und signalisieren, dass etwas geschehen muss. Sie verweisen auf eine prekäre System-Umwelt- Beziehung, die zu entgleisen droht, wenn nicht darauf reagiert wird. Wenn der Widerspruch beseitig wird und der Konflikt sich in Nichts auflöst, kann das System so bleiben, wie es war. Wenn dies nicht gelingt, dann wird das System sich verändern oder im Extremfall in einen Desintegrationsprozess gleiten: sich spalten, sich auflösen etc. Die Chance, die in jedem Konflikt (bzw. Widerspruch) liegt, besteht in der Systemveränderung, der Entwicklung – sei es des psychischen, sei es des sozialen Systems.“
(Simon, Fritz B.: Einführung in die Systemtheorie des Konflikts. Heidelberg, 2010.)
In diesem Sinne: Ergreift die Chancen, die Euch bieten! Und: Passt gut auf Euch und alle(s), was Euch wichtig ist, auf!
Im Harvard Business Review war kürzlich dieser Artikel erschienen, der die These vertritt, dass emotionale Intelligenz und Empathie helfen kann, Burnout zu vermeiden. Sicherlich einer von vielen Aspekten auf das komplexe Thema Burnout: Why Some People Get Burned Out and Others Don’t
Im neuen „TK aktuell„, dem Versicherten-Magazin der Techniker Krankenkasse, finden sich viele für uns besonders interessante Artikel über Neurothemen und gesundes Selbstmanagement, z.B.: