Wie Angst- und Zwangmuster richtig verankern? Wie Motivation und Spaß am Lernen möglichst früh im Keim ersticken? Wie die Chance auf einen guten Umgang mit Fehlern zerstören? Nichts einfacher als das. Aus einem Deutsch-Heft, Grundschule, 2. Klasse, Bayern:
Und wieder ein Hinweis auf einen lesenswerten Artikel „Workaholic – Die unbekannte Sucht“ auf ZEIT ONLINE. Über ein Thema, das manch einem von uns gar nicht so unbekannt vorkommen dürfte, wie die Überschrift postuliert. Habe ich Recht? 🙂
Ein alter Cherokee-Indianer sagte zu seinem Enkelsohn: „Mein Sohn, in jedem von uns gibt es zwei Wöllfe, die miteinandern kämpfen.“
Ein Wolf ist böse. Er ist die Wut, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Arroganz, die Reue, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, das Überlegenheitsgefühl, der falsche Stolz und das Ego.
Der andere Wolf ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.
Der Enkel dachte über das, was er gehört hatte, nach. Dann fragte er seinen Großvater: „Welcher Wolf gewinnt?“
falls es jemanden interessiert, der im Münchner Westen wohnt, das Neurozentrum Pasing bietet jeden Mittwoch 18.30 – 19.30 Uhr in der Gleichmannstr 16 eine offene Gruppe an (Psychoedukation) mit Thema: Burnout, Angt und Depression, Psychopharmaka: Wirkung und Nebenwirkung, Schlafstörungen Stressbewältigung,…. etc. (Leitung Dr. med. Susanne Naton-Schötz).
„Es zeigt sich schnell, dass die Welle von Stress und Erschöpfung, die derzeit über die Deutschen schwappt, weitaus mehr ist als eine kollektive Empfindlichkeit. Wir sind vielmehr davon überzeugt, dass sich hinter der Debatte wirklich wichtige Fragen verstecken, die uns alle angehen. Beispielsweise die Frage danach, was ‚gutes Leben‘ heute eigentlich bedeutet. Und auch die Frage, inwieweit wir ganz persönlich für unsere Zufriedenheit verantwortlich sind – und welchen Einfluss die Arbeitsverhältnisse und der gesellschaftliche Rahmen auf unser Empfinden und unsere realen Entwicklungsmöglichkeiten haben.“
Unger, Hans-Peter/Kleinschmidt, Carola: „Das hält keiner bis zur Rente durch!“ Damit Arbeit nicht krank macht: Erkenntnisse aus der Stress-Medizin. München, 2014
„Ob im Gesellschaftlichen oder im Privaten: Viele Kriegsenkel werden lernen müssen, sich selbst wichtig zu nehmen und notwendigen heftigen Auseinandersetzugen mit den Älteren nicht länger aus dem Weg zu gehen. Grenzziehungen verlaufen selten ohne Konflikte. Aber sie schaffen eindeutige Verhältnisse und einen klaren Blick auf die Prioritäten.“
Sabine Bode: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. Suttgart 2011
Bauer, Joachim: Das Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. München, 2008.
„Worauf die Motivationssysteme [mindestens des Menschen, vermutlich aber aller Säugetiere] zielen, ist also Zuwendung und die gelingende Beziehung zu anderen. Dies erklärt die bekannte Tatsache, dass Menschen nach dem Verlust wichtiger zwischenmenschlicher Bindungen oft einen Einbruch ihrer Lebensmotivation erleben und von Gefühlen der Sinnlosigkeit geplagt sind. Verlustereignisse sind, wie Studien belegen, typische Auslöser von Depressionen und anderen psychischen Krisen. Die Tatsche, das länger dauernde soziale Isolation oder der Verlust wichtiger zwischenmenschlicher Bindungen zu einem Absturz der Motivationssysteme führen können, macht etwas Entscheidendes deutlich: Alle Ziele, die wir im Rahmen unseres normalen Alltags verfolgen, die Ausbildung oder den Beruf betreffend, finanzielle Ziele, Anschaffungen etc., haben aus der Sicht unsere Gehirns ihren tiefen, und meist unbewussten ‚Sinn‘ dadurch, dass wir damit letztlich auf zwischenmenschliche Beziehungen zielen, das heißt, diese erwerben oder erhalten wollen. Das Bemühen des Menschen, als Person gesehen zu werden steht noch über dem, was landläufig als Selbsterhaltungstrieb bezeichnet wird.“
„Es war für die meisten ein völlig neuer Gedanke, sich vorzustellen, ihr verunsichertes Lebensgefühl könnte von Eltern stammen, die sich nicht von ihren Kriegerlebnissen erholten hatten. War es möglich, dss eine Zeit, die nun schon über 60 Jahre zurücklag, so star in ihr Leben als Nachgeborene hineinwirkte? Und wenn ja, warum wussten Sie nichts davon?“
„Dass schwere Schuld an die Nachkommen weitergegeben wird, davon kann man in der Bibel lesen. Auf Grund der Ergebnisse der Traumaforschung und der Holocaustforschung wird der Generationentransfer in der Fachwelt nicht länger bestritten. Von einem Trauma wird bei den Nachkommen nicht mehr gesprochen, allenfalls von einem ’sekundären Trauma‘, wohl aber von ‚Menschen mit Bindungsstörungen‘, oder abgeschwächt von solchen, die, wie es in der Fachliteratur heißt, ‚unsicher gebunden sind.‘ Der Hintergrund: Eltern konnten ihren Kindern in den frühen und damit entscheidenden Jahren nicht ausreichend Halt geben und nur wenig Vertrauen ins Leben vermitteln.“
Sabine Bode: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. Suttgart 2011
„Psychosomatische Behandlung der Krankheitsfolgen von Arbeitsplatzkonflikten und Mobbing.“
mit Referent Prof. Dr. med. Michael Kellner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatik Medical Park Chiemseeblick. Er ist Stressforscher, Experte u.a. für die Behandlung von Patienten mit Angststörungen, Depressionen und Traumafolgen.
am Donnerstag, 10. März 2016, 19 bis 20 Uhr 30 im Hansa-Haus Rückgebäude, Brienner Straße 39, 80333 München (U-Bahnstationen Königsplatz oder Stiglmaierplatz)
Die Veranstaltung wendet sich an (betroffene) Beschäftigte, betrieblich Verantwortliche, Arbeitsnehmervertreter und Berater sowie Ärzte und Psychotherapeuten. Der Eintritt beträgt 10 Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Langanhaltende Arbeitsplatzkonflikte und Mobbing schwächen Körper, Geist und Seele und führen zu manifesten Erkrankungen. Eine gezielte psychosomatische Behandlung ist dann erforderlich. Um wieder gestärkt und selbstbewusst an den Arbeitsplatz zurückkehren zu können, bedarf es einer Vielzahl von Maßnahmen. Die Situation hat sich nicht geändert, aber die Person kann sich ändern.
Nach grundsätzlichen Ausführungen zur Problematik stellt Prof. Dr. Michael Kellner die multimodalen Behandlungsmöglichkeiten einer psychosomatischen Behandlung vor. Am Beispiel der Fachklinik Chiemseeblick werden die Möglichkeiten einer stationären Akutbehandlung konkret erläutert. Ebenso wird ein erfolgversprechendes Präventionsprogramm „Prävention und Psyche“ vorgestellt.
Die Voraussetzungen, die Kostenübernahme und das Verfahren der Anmeldung / Überweisung für die stationäre Akutbehandlung oder Rehabilitation werden erläutert.
Welchen psychologischen, positiven Sinn machen Krisen. Ein interessanter Beitrag dazu findet sich in der aktuellen Apotheken-Umschau: Über den aktuellen Stand in der Traumaforschung: „Einige Menschen berichten nach einer Krise, dass sie nun bewusster leben oder engere Beziehungen haben. Sie wachsen am Trauma.“
Andrea macht uns freundlicherweise auf eine Sendung zu unserem Thema aufmerksam, die vorgestern ausgestrahlt wurde: Leschs Kosmos zum Thema Burnout. Die Sendung ist noch in der ZDF-Mediathek abrufbar. Hier der direkte Link zur Sendung.