Sarah Lesch: Testament
https://www.youtube.com/watch?v=0Z2cCOgQ4F4
Ein Teil der Rückschau auf unser Treffen diese Woche in Form eines Blogposts, weil die Informationen vielleicht (hoffentlich!) auch für Besucher unserer Seite hilfreich sein könnten. Dieses Mal drehten sich unsere Gespräche um die Themen „Sinn“, „Bewusstseinsebenen“ und „Bewältigungsstrategien“. Ausschlag gab u.a. der folgende Impuls:
„Ich denke in letzter Zeit viel über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und meinen Lebenssinn nach. Wozu das alles, wenn später nichts mehr von einem übrig bleibt? Wäre das einmal ein Thema für ein Gruppentreffen? Ebenso die oberflächlichen Gespräche mit vielen Mitmenschen. Auch: Wie gehe ich damit um, mich kaum mitteilen zu können, da andere die tiefen Erfahrungen, bedingt durch unsere Erkrankung, (noch) nicht gemacht haben?“
Die angeregte Diskussion habe
ich lese gerade ein sehr geniales Buch, das auch nur durch Empfehlung den Weg zu mir gefunden hat: „Kriegsenkel – die Erben der vergessenen Generation“ von Sabine Bode.
Wer oder was sind „Kriegsenkel“? Die Kriegsenkel sind die heute 35- bis 50-Jährigen Kinder der „Kriegskinder“. Sabine Bode verdeutlicht anschaulich die weitreichenden transgenerationalen Auswirkungen auf ihre Erziehung und Entwicklung und sogar auf her gegenwärtigen Beziehungen.
Aber was soll das mit Burnout bzw. Depression zu tun haben? Mich haben bestimmte Sätze
Im Nachklapp zu unserem letzten Treffen, wo uns Franz vom „Münchner Zentrum für Hochsensibiliät e.V.“ besucht und über das Thema, seinen Erfahrungen und über den Vereins berichtet hat, hier ein paar weiterführende Infos:
habe die Tage etwas wie ich finde gutes zum Thema „Scheitern“ gehört: BR2:
http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/scheitern-versagen-abstuerze-100.html
Vielleicht von Interesse für die Gruppe.
LG
A.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
und von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt man VERTRAUEN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man AUTHENTISCH SEIN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
Vor dem Jahreswechsel noch der Hinweis auf einen interessanten Vortrag
„Häufige und wichtige Nebenwirkungen von Psychopharmaka“
Hier der Hinweis auf ein wohltuend authentisches, offenes und ehrliches Radio-Interview mit dem Spitzenmanager und ehemaligen Burnout-Patienten Rüdiger Striemer am 14.10.2015 auf Bayern 2.
Rüdiger Striemer hat auch ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben: „Raus! Mein Weg von der Chefetage in die Psychiatrie und zurück“. Berlin Verlag, 2015.
Ausdauersport ist eine gute Maßnahme, um wieder in die physische und psychische Balance zu kommen. Mit einer zwanghaften Haltung ausgeführt, kann es einen aber auch erst einmal so richtig aus dem Gleichgewicht bringen, wie dieser ehrliche Bericht eines zwanghaften Marathon-Läufers belegt. Kommt uns das, worüber hier gesprochen wird, bekannt vor?
Danke, liebe F., für den Hinweis darauf!
Ein Hinweis aus unseren Reihen (Danke!) für alle AOK-Versicherten: Offenbar kooperiert nun auch die AOK mit Vincentro, einem sehr hilfreichen Programm, das Patienten mit psychischen Krankheiten eine zusätzliche Anlaufstelle bietet – parallel zur ärtzlichen oder therapeutischen Betreuung. Das Modell stammt aus Skandinavien, wo diese unterstützende Art von Betreuung schon seit Jahren sehr erfolgreich eingesetzt wird. Und auch von uns haben einige dieses gute Angebot in Anspruch genommen und als mehr als hilfreich empfunden!
Im Rahmen ihres Programms „Netzwerk Psychische Gesundheit“ hatte bislang die Techniker als große Krankenkasse die Betreuung durch Vincentro angeboten und einige andere kleinere Krankenversicherungen
. Jetzt kommt glücklichweise also auch die AOK dazu. Anderweitig Versicherten ist aber offenbar möglich, bei ihrer Kasse anfragen zu lassen. Mehr dazu unter „Patienteninformation“ auf der Website von Vincentro.
München – die DAK schlägt Alarm: noch nie waren so viele Münchner wegen psychischer Beschwerden krank geschrieben wie 2014.
(…) „Die von Depressionen und Angstzuständen verursachten Fehltage stiegen um mehr als zehn Prozent und waren 2014 für fast jeden fünften Krankheitstag verantwortlich. Damit haben psychische Beschwerden mit 19,7% die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (17,9%) und der Atemwege (16,6%) überholt.“
Hier geht´s zur Studie:
Neue Studie der DAK
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.
„Auch wir stoßen uns anden Stäben unserer inneren Gefängnisse. Psychologisch gesehen ist der Mensch ein Selbstfesselungskünstler. Der unruhige Kopf mit seinen vielen Gedanken und Erwartungen schmiedet Käfige, in die wir uns selbst einsperren. Dies beginnt oft schon bei den Vorurteilen, die wir unbewusst darüber fllen, was sich ein Auftraggeber tatsächlich wünscht. Vieles begrenzt unsere Ideenfindung: Unruhe, vorschnelle Bewertungen oder die Unfähigkeit aktiv zuzuhören. Viele Stäbe des Käfigs existieren nur in unserem Kopf und nicht in dem des Auftraggebers. Je starrer unsere Ansichten sind, je etablierter die Routinen, desto festern scheint die Käfigtür verschlossen. Am Ende sind es Unachtsamkeit und Aktionismus, die uns einsperren.“
„Wer zur Ruhe kommt, setzt sich den eigenen Gedanken aus. Und wenn wir ehrlich sind, bemerken wir, dass nicht wir entscheiden, was wir denken. Die Gedanken kommen einfach, auch die unerwünschten. Unser Kopf ist in der Lage, uns die schönsten Situationen zu verderben. Die äußeren Rahmenbedingungen, also die äußeren Faktoren spielen dabei eine keinere Rolle, als wir gewöhnlich denken.“
„[Meditationstechniken] sind der einzige Weg, die Käfige im eigenen Kopf zuerst zu erkennen und dann langsam die Stäbe zu lockern. […] Sie müssen weder an etwas glauben, noch müssen Sie viel darüber wissen. Sie müssen es einfach tun! Probieren Sie es aus und stellen Sie sich nicht die Frage, ob Sie meditieren sollen oder nicht.“
„Die Fähigkeit still zu sein öffnet das innere Ohr, erst ohne Ablenkung bemerken wir, was wir tun wollen und wie wir es tun wollen.“
„Die störenden Gedanken verschwinden nicht, auch das Leid verschwindet nicht, aber wir gewinnen Distanz zu beidem und sind nicht mehr zwanghaft jeder unwillkommenen Idee oder jedem schlechtem Gefühl ausgeliefert. Das alles hat, in der Summe, großen Einfluss auf Wohlbefinden und Glück.“
Frank Berzbach: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen. Anleitung zu Achtsamkeit,
Mainz, 2014
Im Rahmen der Gesprächsreihe „Was München bewegt“ veranstaltet das Selbsthilfezentrum München am 24.9.2015 um 18 bis 20 Uhr ein moderiertes Podiumsgespräch: „Gesund und erfolgreich ohne auszubrennen“. Der Eintritt ist frei.
Aus der Ankündigung:
Stress gehört zum Alltag. Wir brauchen manchmal die richtige Portion inneren oder äußeren Druck, um ein Projekt zu Ende bringen, ein Angebot rechtzeitig rauszuschicken, eine gute Idee wirklich umzusetzen oder einfach nur eine schwierige Phase durchstehen zu können. Doch was, wenn der Stress nicht mehr aufhört? Wenn es uns immer schwerer fällt abzuschalten? Wenn eine Aufgabe die nächste jagt und wir nicht mehr zum Durchatmen kommen?
In einem moderierten Gespräch wird sowohl die Sicht einer Expertin aus dem Gesundheitsbereich als auch die eines Experten aus eigener Betroffenheit dargestellt. Wir sprechen über Ursachen und Symptome von Stresserkrankungen, darüber, welche Wege und Lösungen möglich sind und wie man stressbedingte Lebenskrisen gewinnbringend für sich nutzt.
Referent/innen:
Dr. Dagmar Ruhwandl, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit Schwerpunkt Burnout
Edgar Rodehack, Mitgründer der Selbsthilfegruppe Yourway 2 Life
Moderation: Kristina Jakob, SHZ München
„Wir neigen allerdings oft dazu, dem fatalen psychologischen Gesetz des ‚mehr desselben‘ zu folgen. Obwohl auf dem Feld, auf dem wir gerade kämpfen, gar kein Gegner steht, boxen wir mit verdoppelter Energie in die Luft. Denken hilft uns wenig, wenn es doch gerade selbst das Problem ist.“
Frank Berzbach: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen. Anleitung zu Achtsamkeit
Mainz, 2014
Ein super (!!!) Buch!